Perfektion war immer mein Halt. Als Rechtsanwältin habe ich gelernt, dass jede Eventualität vorhergesehen, jedes Dokument minutiös vorbereitet und jede mögliche Frage antizipiert werden muss. Meine Welt war die der Kontrolle, der Struktur, der Planung. Termine auf Termine, jede Stunde durchgetaktet – und das alles mit dem Ziel, nichts dem Zufall zu überlassen.
Doch gestern Abend sollte alles anders kommen. Heute Abend startet meine Tierkommunikationsausbildung, und das Skript für den Kurs war noch nicht fertig. Keine Struktur, keine Texte, keine Checkliste. Mein erster Impuls: „Okay, dann schreibe ich eben selbst alles zusammen.“ Doch schon bald wurde mir klar, dass dies diesmal nicht funktionieren würde.
Heute Morgen saß ich also da, ohne Skript, ohne Plan – und durfte mit Frieda, meiner Hündin und Co-Trainerin, sprechen. Frieda wird heute Abend auch das erste Übungstier für die Teilnehmer sein. Und dann geschah etwas Unglaubliches: Frieda begann zu diktieren. Kapitel für Kapitel, Impuls für Impuls. Innerhalb von anderthalb Stunden stand ein 21-seitiges Skript vor mir – flüssig, logisch, inspirierend. Ich musste nur schreiben.
Ich konnte es kaum glauben. All die Stunden, die ich früher gebraucht hätte, um etwas Schönes, Vollständiges und Didaktisch Sinnvolles zu erstellen – und jetzt entstand es in einem Flow, der so tief und vollkommen war, dass kein Gedanke meines Verstandes es hätte verbessern können.
Diese Erfahrung war eine Lektion. Eine Lektion, dass wir nicht immer alles kontrollieren müssen, dass Perfektion manchmal blockiert und dass Vertrauen ins Sein Großartiges erschafft. Heute Abend werden meine Teilnehmer selbst erleben, was passiert, wenn wir uns auf den Fluss einlassen. Ich bin dankbar, diese Transformation erleben zu dürfen – vom Kopf ins Herz, von der Kontrolle ins Vertrauen.

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