Der Tag, an dem Du deinen Leib verlassen hast…


Es ist jetzt acht Jahre her, dass für mich morgens um kurz nach sechs die Zeit stehen blieb.

Das war der Morgen, an dem du dich entschieden hattest, deinen irdischen Körper zu verlassen.
Und ich wusste es.

Nicht unerwartet –
weil ich dir noch in der Nacht zuvor, bevor ich zu Bett gegangen bin, gesagt hatte, dass du gehen darfst.

Dass ich nicht möchte, dass du auch nur eine Sekunde leidest – für mich.

Und dass ich dich so sehr liebe,
dass es mir viel wichtiger ist,
dass du in Frieden deinen Körper verlässt,
anstatt auch nur eine Stunde länger in ihm zu bleiben,
nur um noch bei mir zu sein,
in diesem Zustand, der dir nicht mehr dienlich war,
nur um meinen Schmerz zu lindern.

Denn meine Liebe zu dir war so bedingungslos,
dass es für mich klar war,
dich keine Sekunde länger festhalten zu wollen,
wenn es für dich nicht mehr ohne Schmerz möglich war.

Und genau das hast du getan.

Du bist in deinem Tempo gegangen.
Und ich durfte dich bewusst finden.


Die Zeit danach…
ist etwas, über das viel zu wenig gesprochen wird.

Es war Frühling. Anfang April.
Die Vögel sangen.
Die Natur explodierte förmlich.

Alles Leben keimte und strebte nach oben,
um sich wieder an der Erdoberfläche zu zeigen.

Und du…
warst in deinem Körper nicht mehr da.

Und doch habe ich dich gesehen.
Immer wieder.

Ich habe erwartet, dich morgens zu sehen –
hinter der Tür, wenn ich aufstand.
Oder neben mir.
Oder hinter mir.

Oder auf deinem Platz im Büro.

Diesen Platz habe ich sehr lange so gelassen.
Ich konnte es nicht ertragen, deine Sachen wegzuräumen.

Und auch hier weiß ich:
Jeder Mensch geht anders damit um.

Manche räumen sofort alles weg.
Schaffen Ordnung.
Vielleicht auch, um sich abzulenken.

Und andere – so wie ich –
bleiben in diesem Zustand,
in dem alles noch da ist…
nur du nicht mehr in deiner leiblichen Hülle.

Und gehen ganz bewusst durch diesen Schmerz.
Durch diese Leere.

Und wie man das macht,
darf jeder für sich selbst entscheiden.

Denn Trauer ist etwas zutiefst Individuelles.


Das Einzige, was ich sagen möchte, ist:

Trauer braucht Raum.


Es gab Momente,
in denen ich mir nicht vorstellen konnte,
jemals wieder ein Tier in mein Leben zu lassen.

Und gleichzeitig gab es in meinem Umfeld den Wunsch,
dass wieder Leben ins Haus kommt.

Dass ein neuer Hund einzieht.

Und ja –
das hätte sicherlich etwas verändert.

Aber ich war nicht bereit.

Ich habe lange getrauert.
Sehr lange.

Und das war mein Weg.


Du warst für mich etwas ganz Besonderes.

Du hast mir den Weg gezeigt –
in diese andere Welt.

Du hast mir gezeigt,
wie wichtig es ist,
meinem eigenen Weg treu zu bleiben.

Denn anders wäre es gar nicht möglich gewesen.

Und ich bin dir so dankbar dafür.

Wer weiß,
wie lange ich sonst noch Dinge ertragen hätte.


Es hat Wochen gedauert,
bis ich irgendwann die Kraft hatte,
deine Dinge wegzuräumen.

Einige habe ich behalten.
Als Erinnerungsstücke.

Andere habe ich in Kisten gepackt
und auf den Speicher gebracht.

Für einen Moment in der Zukunft,
den ich mir damals noch nicht vorstellen konnte.

Und dieser Moment kam.

Zweieinhalb Jahre später.


Ich habe auch erlebt,
wie widersprüchlich diese Welt sein kann.

Beerdigungen im strahlenden Sonnenschein.
Während sich für einen selbst alles still anfühlt.

Als würde die Zeit stehen bleiben.
Während sie für alle anderen einfach weiterläuft.

Und das kann sich unglaublich fremd anfühlen.


Ich habe gelernt:

Man muss nicht mitleiden.

Man darf fühlen.
Und man darf auch lachen.

Und das nimmt dem anderen nichts weg.

Trauer hat keine feste Form.
Kein richtig oder falsch.


Ich selbst bin jemand,
der im Herzen trauert.

Für mich sind die,
die gegangen sind,
nicht an einen Ort gebunden.

Ich kann überall an sie denken.
Ich muss nicht an einen bestimmten Ort gehen.


Und gleichzeitig ist es so wichtig,
auch die Zeit nach dem Tod bewusst zu betrachten.

Nicht nur den Moment des Gehens.

Sondern das, was danach kommt.


Trauer hat Phasen.

Und irgendwann kommt ein Moment,
in dem sich etwas verändern darf.

In meiner Wahrnehmung ist das ein Punkt,
an dem Vergebung möglich wird.

Sich selbst zu vergeben.

Frieden zu schließen
mit dem, was ist.

Nicht mehr zu kämpfen.
Nicht mehr ändern zu wollen,
was nicht zu ändern ist.


Denn wenn es möglich wäre,
durch Trauer jemanden zurückzuholen –

wir alle würden es tun.

Keiner würde mehr gehen.


Und vielleicht…
geht es genau darum.

Dass wir Spuren hinterlassen.

Dass Menschen und Tiere voller Liebe
an uns zurückdenken.

Dass unser Licht bleibt.

Auch wenn wir nicht mehr in diesem Körper sind.


Und dass wir uns wieder begegnen können.

Auf einer anderen Ebene.

In der Verbindung.

In der Seele.


Ich umarme alle,
die eine Umarmung möchten.

Und ich wünsche euch
eine schöne Zeit hier. 💛

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