Zwischen Herzschlag und Hufschlag — was 99 Tage mir gezeigt haben

Zwischen Herzschlag und Hufschlag — was 99 Tage mir gezeigt haben

Am 28. Juli hielt ich mein Feentiers Pferdetagebuch zum ersten Mal als Hardcover in den Händen. Boah, wie hochwertig ist das denn, dachte ich — ich bin selbst ein Fan von schönen, festen Büchern, die man gern in die Hand nimmt. In mein eigenes Exemplar schrieb ich einen Satz, bevor ich den ersten Tag ausfüllte:

Möge es Pferden und ihren Menschen dabei helfen, sich in Ruhe, Achtsamkeit und mit offenen Augen und Herzen zu begegnen.

Heute ist der 100. Tag. Gestern habe ich den 99. vollendet. Ich erzähle davon erst jetzt, mit ein paar Wochen Ruhe und Abstand — vorsichtig, und in der Hoffnung, dass es dir ein Beitrag sein kann.

Denn in diese 99 Tage fiel eine Zeit, die uns alles abverlangt hat. Anfang Oktober bekam Parsival eine Kolik. Wenige Tage später eine zweite. Wer Pferde hat, weiß, was das heißt.

Ich habe diese Zeit damals bewusst für mich behalten. Eine solche Situation laut in die Welt zu tragen, hätte in meiner Welt dem Weg in die Regeneration nichts Gutes getan — und sie als Werbung und Aufhänger für Reichweite zu nutzen? Nein.
Ich bin in die Ruhe gegangen, zu mir, zu meinem Pferd und zu einem sehr kleinen, ausgewählten Kreis. Und genau die waren uns ein unfassbarer Beitrag.

Das ist das Erste, was ich Dir weitergeben möchte: wie viel es wert ist, um Hilfe zu bitten — und sie anzunehmen. Es sind Stallgefährtinnen, die Hilfe angeboten und die sich unseres Wohlergehens angenommen haben und denen ich zutiefst dankbar bin. Eine bereitet meinem Pferd jetzt jeden Morgen das Frühstücks-Mash warm zu. Zwei andere übernahmen an den Wochenenden früh und mittags die Fütterung für mich, sodass ich nach den Nachtschichten kurz nach Hause konnte — und hatten immer ein achtsames Auge auf Parsival, dass es ihm gut geht. Dieser engste Kreis hat uns getragen, allein durch sein Dasein. Für die, die fütterten und noch füttern, und für die Menschen, die einfach da waren: ein Riesiges Danke.

Danke für die hervorragende tierärztliche Unterstützung. Für die klaren Anweisungen, die ich mir aufschreiben musste, weil ich mir in so einer Ausnahmesituation mal so gar nichts merken konnte. In diesen Tagen durfte ich zudem mein zuvor nicht vorhandenes Wissen um Mash- Fütterung im besonderen und was weiss ich alles im Allgemeinen auf ein annehmbares Level bringen und dann auf allen Ebenen wirken. Als Energetikerin habe ich meine Farblichtlampe geholt, Akupressurpunkte genutzt, Alarm- und Tingpunkte, die energetischen Schichten harmonisiert und für zusätzliche Wärme gesorgt — all das neben dem, was man äußerlich ncoh so tut. Zum Glück sind beide Koliken -jede auf ihre Weise in die Regeneration gegangen.

Und mitten in alldem war das Pferdetagebuch mein Halt. Ich habe alles dokumentiert: jede Gabe, jede kleinste Menge, jeden Haufen, jede Veränderung, Stunde für Stunde. Diese Aufzeichnungen gaben mir zweierlei — Sicherheit in der Sorge und, im Nachhinein, die Klarheit, genau nachzusehen, was wann geholfen hat. Und das alles erledigt und nix vergessen wurde.

Das ist das Zweite, das ich dir mitgeben möchte, und es ist der eigentliche Grund, warum ich dieses Buch gemacht habe: Dokumentieren hilft. Wer regelmäßig schreibt, kommt in die Übung, Dinge festzuhalten, ohne sie gleich zu bewerten. Man gerät weniger in Panik. Man lernt, bei sich zu bleiben. Genau das konnte ich in diesen Nächten — mit meinen Atemtechniken, in Ruhe, in Präsenz. Und so, glaube ich, durfte ich auch meinem Pferd ein Beitrag sein.

Was mir für immer bleibt, sind unsere Nächte. Wir sind um 22:30, um 23:30, um 1:30 und um 3:30 um die Felder gegangen — allein, nur wir beide. Und es war eine getragene Stimmung: Wir fühlten uns sicher, willkommen geheißen, gehalten und geschützt, dort draußen in den Feldern. Unerschrocken, der Dunkelheit vertrauensvoll zugewandt, auf das Beste vertrauend für uns beide.

Wenn ich heute auf diese 99 Tage blicke, berührt mich am meisten, wie zerbrechlich und fragil alles sein kann — und wie kostbar die gemeinsame Zeit ist. Wie verbunden wir sind im Vertrauen. Und dass wir nicht allein sind. Hilfe und Unterstützung sind ganz nah; ich darf lernen, darum zu bitten, und sie wird mir gerne gewährt.

Unter mein Nachwort im Buch – Seite 127 habe ich mir handschriftlich selbst geschrieben, dass ich mir so dankbar bin, dieses Buch verfasst — und mir selbst geschenkt zu haben. Ich freue mich, wenn es nun hinausgeht vielleicht zu dir? oder Deiner Freundin, der und auch dir es ein Beitrag sein darf. Gerade in den schweren Stunden. In den leichten Stunden ist es oft einfach, dabei zu sein und dazu zu stehen, bei dir. In den schwierigen, in den harten Zeiten zeigen sich die wahren Gefährten. Sei dir der beste Gefährte und vertraue Dir – dann bist DU der beste Gefährte für dein Pferd

Möge es dir und deinem Pferd helfen, euch in Ruhe, Achtsamkeit und mit offenen Augen und Herzen zu begegnen. Und mit deinem Kauf unterstützt Du tatsächlich uns, in Liebe Anke, Parsival , Frieda und das Team FeenTier.

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