Viele Tierhalter sind sich sicher: „Mein Tier bekommt keinen Zucker!“ Doch hast du schon mal ganz genau aufs Etikett deines Dosenfutters geschaut? Deines TRockenfutters? Deiner Leckerlies?
Zucker versteckt sich hinter vielen Namen: Glukosesirup, Karamell, Dextrose, Fructose – allesamt Zuckerarten, die in der Tiernahrung nichts verloren haben, aber häufig dennoch enthalten sind. Warum? Um Geschmack zu verstärken, Konsistenz zu beeinflussen – und manchmal schlicht, weil es billig ist. und es macht süchtig- zumindest Menschen..ob das bei Tieren anders ist? darfst Du dir selbst beantworten
Doch Zucker greift die Zähne unserer Tiere an. Genau wie bei uns Menschen. Er fördert Karies, Entzündungen und kann sogar Zahnverlust begünstigen. Auch Zahnfleischerkrankungen wie Parodontitis haben ihren Ursprung häufig im Napf. Gerade bei Katzen und Hunden, aber auch bei Pferden, kann falsche Ernährung langfristige Folgen haben.
Viele denken, ein bisschen „Leckerli“ schadet schon nicht. Doch wenn aus dem „bisschen“ eine tägliche Gewohnheit wird, summiert sich das. Und die Zahngesundheit leidet – meist schleichend und lange unbemerkt.
Darum mein Appell: Schau genau hin, was du fütterst. Dein Tier hat keinen Einfluss darauf – aber du schon. Und Zucker hat auch ansonsten im Körper deines Tieres nichts verloren, warum?
Ok: Wenn Zucker krank macht – Krankheiten durch zuckerhaltige Tierernährung
Zucker schmeckt – keine Frage. Auch unsere Haustiere empfinden viele Fertigfuttermittel als „lecker“, oft gerade wegen zugesetztem Zucker oder Zuckeraustauschstoffen. Was süß schmeckt, verkauft sich besser. Doch was viele nicht wissen: Industriezucker in Tiernahrung kann über die Zeit schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen – körperlich wie auch verhaltensbezogen.
🐶 Hunde & Katzen – Zucker und die häufigsten Erkrankungen:
- Parodontitis & Zahnsteinbildung:
- Zucker nährt Bakterien im Maul, die Plaque bilden. Daraus entsteht Zahnstein, dann Zahnfleischentzündung (Gingivitis), schließlich Parodontitis mit Zahnverlust.
- → „Dental disease is the most common clinical condition in adult dogs and cats.“ (AVMA 2020)
- Adipositas (Übergewicht):
- Zucker fördert nicht nur die Lust auf mehr, sondern auch eine stetige Insulinausschüttung → Fetteinlagerung.
- Übergewicht ist wiederum ein Risikofaktor für viele Folgeerkrankungen wie Arthrose, Diabetes und Herzerkrankungen.
- Diabetes mellitus (besonders bei Katzen):
- Zuckerhaltige Snacks & Trockenfutter fördern Insulinresistenz.
- Besonders bei kastrierten und wenig aktiven Katzen ein wachsendes Problem.
- → „Feeding high-carbohydrate diets to cats increases the risk of diabetes.“ (Rand et al., 2004)
- Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung):
- Zuckerreiche Ernährung in Kombination mit Fett begünstigt Entzündungen der Bauchspeicheldrüse – eine teils lebensbedrohliche Erkrankung.
- Verhaltensstörungen & Hyperaktivität:
- Besonders bei jungen Hunden zeigen sich durch zuckerreiche Snacks zeitweise Unruhe, Nervosität oder sogar Aggression.
- Zucker beeinflusst Neurotransmitter wie Serotonin & Dopamin.
🐴 Pferde – Zucker und die unterschätzte Gefahr:
- Hufrehe (Laminitis):
- Eine der gefährlichsten Folgekrankheiten hoher Zuckermengen. Entzündung der Huflederhaut, die bis zur Hufbeinrotation führen kann.
- Besonders tragisch: Rehe kann chronisch werden und zu dauerhafter Lahmheit führen.
- Equines metabolisches Syndrom (EMS):
- Vergleichbar mit dem metabolischen Syndrom beim Menschen. Zuckerreiche Fütterung führt zu Insulinresistenz.
- Folge: gestörte Energieverwertung, Übergewicht, Hufrehe-Risiko steigt massiv.
- → „High non-structural carbohydrate diets have been linked to EMS and laminitis in horses.“ (Geor RJ, 2008)
- Verhaltensauffälligkeiten:
- „Heißlaufen“, Nervosität, Konzentrationsschwäche, besonders bei Ponys und Jungpferden auf energiereicher (zuckerlastiger) Kraftfutterbasis.
📚 Literatur- und Quellenhinweise:
- AVMA (American Veterinary Medical Association):
https://www.avma.org – Viele Artikel zu Dentalgesundheit bei Haustieren. - Rand JS et al. (2004).
Diet and diabetes mellitus in cats. Journal of Nutrition.
→ https://academic.oup.com/jn/article/134/8/2025S/4688445 - Geor RJ (2008).
Metabolic predispositions to laminitis in horses. Journal of Equine Veterinary Science.
→ https://doi.org/10.1016/j.jevs.2008.03.005 - WSAVA Global Nutrition Guidelines:
→ https://wsava.org
Internationale Empfehlungen zur artgerechten Tierernährung. - Pferdefütterung in der Praxis – Dr. Christina Fritz:
Ein praxisnahes deutschsprachiges Standardwerk zum Thema Stoffwechselerkrankungen bei Pferden durch Fütterung.
🧭 Fazit:
Zucker ist kein artgerechter Bestandteil der Ernährung für Hunde, Katzen oder Pferde. Auch wenn Tiere ihn oft gerne fressen, bedeutet das nicht, dass es gut für sie ist. Ein achtsamer Blick auf die Inhaltsstoffe von Fertigfutter, Leckerlis und Co. kann die Zahngesundheit erhalten – und viele chronische Erkrankungen verhindern.
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