Seit 14 Tagen benutze ich nun selbst FeenTiers Pferde-Tagebuch – Zwischen Herzschlag & Hufschlag. – und zwar nehme ich das Probeexemplar .
Und obwohl ich natürlich wusste, warum ich dieses Buch entwickelt habe, überrascht mich gerade etwas ganz besonders:
Wie schnell Zusammenhänge sichtbar werden, wenn man wirklich täglich hinschaut und aufschreibt.
Denn vieles nehmen wir im Alltag durchaus wahr. Wir sehen, wie unser Pferd schaut, wie es sich bewegt, wie viel es frisst, ob es müde oder fröhlich wirkt. Wir merken, ob ein Tag irgendwie anders ist als der vorherige.
Aber unser Gedächtnis ist erstaunlich schnell darin, diese einzelnen Eindrücke wieder miteinander zu vermischen.
Nach 14 Tagen merke ich bereits:
Das Aufschreiben verändert meinen Blick.
Das Wetter erzählt plötzlich mit
Gerade die vergangenen Wochen waren dafür unglaublich spannend.
Wir haben seit etwa sechs Wochen ausgesprochen warmes, trockenes Wetter und hier praktisch keinen Regen gehabt. Auch in meinen ersten 14 Tagen mit dem Tagebuch lagen die Temperaturen überwiegend sehr hoch.
Am 3. August habe ich zum Beispiel 36 Grad notiert. Am Tag davor waren es 30 Grad, am Tag danach ebenfalls wieder 30 Grad. Es gab nur ein oder zwei Tage mit etwa 24 Grad, anschließend ging es wieder auf 29, 30 oder 32 Grad.
Und genau beim täglichen Eintragen ist mir etwas aufgefallen:
30 Grad sind für uns erstaunlich gut auszuhalten, solange ein leichter Wind geht.
Erst ab ungefähr 34 Grad aufwärts verändert sich das deutlich. Dann wird es für Mensch und Tier zunehmend anstrengend.
Besonders die extrem heißen Tage im Juli mit 39 Grad und zeitweise sogar bis zu 41 Grad waren eine wirkliche Belastung.
Und auch genau solche Tage lassen sich im Tagebuch später noch einmal ganz anders betrachten.
Was habe ich an diesen Tagen gemacht?
Was hat Parsival gutgetan?
Was haben wir weggelassen?
Wie viel Bewegung war angenehm?
Was hat ihm Erleichterung gebracht?
So wird aus einem extrem heißen Tag nicht nur die Erinnerung „Puh, war das heiß“, sondern eine kleine Erfahrungssammlung für das nächste Mal.
Auch die Weidezeiten verändern sich mit dem Wetter
Natürlich verändert diese Hitze auch unseren ganz normalen Tagesablauf.
Die Weidezeiten sind momentan auf die kühleren Stunden begrenzt. Die Pferde kommen vormittags auf die Wiesen und nach einigen Stunden wieder hinein, bevor die Sonne so weit herumgewandert ist, dass dort kaum noch Schatten zur Verfügung steht.
An sehr warmen Tagen sind ungefähr vier Stunden Weidezeit deshalb völlig ausreichend.
Und was ich mindestens genauso interessant finde:
Die Pferde möchten bei diesen Temperaturen nachmittags oft selbst gar nicht mehr auf die Wiese.
Auch Parsival zeigt mir sehr deutlich, dass ihm etwas anderes dann lieber ist.
Er kann sich auf seinem Paddock weiterhin frei bewegen, und wenn wir zusammen losziehen, wählt er momentan viel lieber einen Spaziergang an der Hand zwischen den Feldern.
Dort gibt es schließlich auch etwas, das für ihn offenbar deutlich interessanter ist:
Kräuter, die auf seiner normalen Wiese gar nicht wachsen.
Und so wird Bewegung an einem heißen Sommertag eben manchmal zu einem gemütlichen Kräuterspaziergang statt zu Training.
Auch das gehört für mich zu diesem Tagebuch:
Nicht nur festzuhalten, wie viel mein Pferd sich bewegt hat, sondern auch welche Form der Bewegung gerade zu ihm und zu den äußeren Bedingungen passt.
Ein überraschender Blick auf die Gelenke
Noch spannender finde ich allerdings eine andere Beobachtung.
In diesen heißen Wochen bewegen wir natürlich anders als sonst.
Durch die begrenzten Weidezeiten und die hohen Temperaturen gibt es deutlich weniger geforderte Bewegung. Dazu kommen unsere gemeinsame Zeit, Führarbeit und Spaziergänge.
An sehr heißen Tagen wird daraus aber kein anspruchsvolles Training.
Dann gibt es vielleicht 20 bis 30 Minuten, manchmal bis zu 45 Minuten Führarbeit auf der Anlage und zusätzlich noch einen kleinen Spaziergang von ungefähr 20 Minuten.
Oder eben einen entspannten Gang zwischen den Feldern, bei dem Parsival unterwegs seine Kräuter auswählt.
Also insgesamt deutlich weniger intensive Bewegung als zu anderen Jahreszeiten.
Und eigentlich könnte man deshalb vermuten, dass sich gerade bei einem Pferd mit bekannten Gelenkthemen weniger Bewegung irgendwann bemerkbar machen würde.
Genau das beobachte ich im Moment aber nicht.
Im Gegenteil.
Die Gelenke wirken derzeit völlig unauffällig.
Keine auffälligen Schwellungen.
Kein Knacken oder Knirschen, das mir ins Auge beziehungsweise ins Ohr fällt.
Keine erkennbare Verschlechterung durch die reduzierte Bewegung.
Und das finde ich ausgesprochen interessant.
Natürlich kann ich daraus nach 14 Tagen keine medizinische Aussage ableiten. Aber ich kann eine Beobachtung festhalten:
Vielleicht spielt das anhaltend warme, trockene Wetter für Parsival eine positive Rolle.
Und genau hier zeigt sich für mich, was ein Tagebuch leisten kann.
Nicht sofort eine Erklärung liefern.
Sondern erst einmal sichtbar machen, dass überhaupt ein Zusammenhang denkbar ist.
Aus einem Gefühl wird eine nachvollziehbare Beobachtung
Ohne Tagebuch würde ich vielleicht sagen:
„Parsival läuft gerade ganz gut.“
Oder:
„Trotz der Hitze sind seine Gelenke erstaunlich unauffällig.“
Aber wie lange war das eigentlich schon so?
Wie warm war es wirklich?
Wie viel haben wir bewegt?
Wie lange war er auf der Weide?
Gab es Regen?
Gab es einen Wetterumschwung?
Wann war es besser oder schlechter?
Wenn ich diese Dinge täglich notiere, wird aus einem flüchtigen Eindruck nach und nach ein Verlauf.
Ich muss mich nicht erinnern.
Ich kann nachsehen.
Und genau das empfinde ich nach diesen ersten 14 Tagen als einen der größten Vorteile.
Wir glauben oft, wir würden uns alles merken
Gerade bei unseren eigenen Tieren kennen wir unglaublich viele Details.
Und trotzdem passiert es schnell:
War das letzten Dienstag oder schon die Woche davor?
War es da genauso heiß?
Hat er an dem Tag eigentlich genauso viel Heu gefressen?
Wann war er besonders bewegungsfreudig?
Wann begann diese kleine Veränderung?
Im täglichen Leben erscheint ein einzelner Tag oft völlig unspektakulär.
Erst wenn mehrere Tage nebeneinanderliegen, beginnt eine Entwicklung sichtbar zu werden.
Und genau das fasziniert mich gerade.
Nicht nur Probleme werden sichtbar
Für mich bestätigt sich dadurch noch einmal ein Gedanke, der beim Entwickeln des Buches sehr wichtig war:
Ein Pferdetagebuch ist nicht nur dafür da, etwas zu dokumentieren, wenn ein Problem besteht.
Eigentlich ist das Gegenteil mindestens genauso wertvoll.
Wenn ich weiß, wie mein Pferd an seinen ganz normalen Tagen ist, erkenne ich Veränderungen viel leichter.
Und manchmal entdecke ich eben auch etwas Positives, das mir ohne Dokumentation vielleicht gar nicht so bewusst geworden wäre.
Zum Beispiel:
Dass sehr warmes, trockenes Wetter für ein Pferd nicht ausschließlich Belastung bedeuten muss.
Dass 30 Grad mit leichtem Wind offenbar deutlich anders empfunden werden als 36, 39 oder 41 Grad.
Dass sich die Weidezeiten bei großer Hitze ganz selbstverständlich verändern.
Dass mein Pferd mir zeigt, wann es lieber hinein möchte.
Oder dass weniger intensive Bewegung nicht automatisch bedeutet, dass sich Gelenke verschlechtern.
Das sind keine allgemeingültigen Aussagen.
Es sind meine Beobachtungen bei meinem Pferd.
Und genau deshalb sind sie für mich so wertvoll.
Und ich entdecke noch etwas anderes
Das Tagebuch lenkt meinen Blick nicht ausschließlich auf mögliche Veränderungen oder Auffälligkeiten.
Auf jeder Seite gibt es auch Raum dafür, wahrzunehmen:
Was war heute schön?
Worüber durfte sich mein Pferd freuen?
Was ist uns gelungen?
Was haben wir miteinander erlebt?
Und genau das gefällt mir beim eigenen Benutzen inzwischen fast genauso gut wie der dokumentarische Teil.
Denn auch diese kleinen Momente verschwinden sonst unglaublich schnell im Alltag.
Ein Spaziergang.
Ein paar Minuten gemeinsames Grasen.
Ein paar ausgesuchte Kräuter am Feldrand.
Ein besonders schöner Blick.
Ein ruhiger Moment miteinander.
Nichts Spektakuläres.
Und trotzdem genau die Dinge, aus denen später unsere Erinnerungen bestehen.
Nach 14 Tagen ist mein Fazit deshalb schon ziemlich eindeutig
Ich habe das Buch entwickelt, weil ich mir eine Möglichkeit gewünscht habe, Pferdealltag, Beobachtung und bewusste Verbindung miteinander zu verbinden.
Jetzt, nachdem ich selbst damit arbeite, merke ich:
Es funktioniert für mich noch besser, als ich gedacht hatte.
Nicht weil ich plötzlich mehr über mein Pferd weiß.
Sondern weil das, was ich ohnehin wahrnehme, nicht mehr einfach wieder verschwindet.
Ich kann es festhalten.
Vergleichen.
Zurückblättern.
Zusammenhänge erkennen.
Und gleichzeitig bleiben auch die schönen kleinen Dinge erhalten.
Vielleicht ist genau das für mich inzwischen die eigentliche Idee hinter „Zwischen Herzschlag & Hufschlag“:
Nicht jeden Tag zu analysieren.
Sondern jeden Tag ein kleines bisschen bewusster wahrzunehmen.
Und dann irgendwann zurückzublättern und festzustellen:
Schau mal, was mein Pferd mir in all diesen kleinen Momenten längst erzählt hat. Und Du? Hast Du schon ein Tagebuch? Möchtest Du eins? im FeenTier Shop vorbestellbar, die Exemplare sind auf dem Weg (hardcover) bzw. im Druck – Softcover – oder sprech mich an, falls wir uns begegnen, vielleicht habe ich ein Exemplar im Auto dabei – LG Anke und das Team FeenTier

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