Ein Wort.

„Druck doch einfach mal nur ein Wort.“

Das sagte mein Mann zu mir, nachdem mein Drucker sich tagelang geweigert hatte, mit meinem PC zusammenzuarbeiten.

Der Drucker ruckelte.
Er nahm Aufträge an.
Und dann…
passierte einfach nichts.

Ich probierte es mehrfach.
Word-Dokument.
PDF.
Neu senden.
Neu starten.

Nichts.

Interessanterweise funktionierte der Drucker von allen anderen Geräten aus problemlos.
Vom Handy.
Von anderen Computern.
Nur mein PC und dieser Drucker hatten offenbar beschlossen, gerade keine Beziehung mehr miteinander führen zu wollen.

Irgendwann saßen wir also gemeinsam davor.
Mein Mann — Informatiker.
Ich — mit meinem eher ganzheitlichen Blick auf die Dinge.

„Versuch mal nur ein Wort zu drucken.“

Also schrieb ich “ 1 Wort“ in ein Dokument.

Der Drucker wollte nicht. Neustarten der Systeme etc. waren bereits Freitag erfolgt.

Am Ende haben wir den Drucker deinstalliert, neu installiert — und alles lief wieder problemlos.
Das Seminar-Skript konnte gedruckt werden.
Die Rechnungen auch.
Problem behoben.

Und trotzdem blieb in mir etwas unruhig.

Denn natürlich fragte ich:
„Aber was war denn jetzt die Ursache?“

Und mein Mann sagte sinngemäß:
„Das weiß man oft nicht genau. Irgendein Treiber vielleicht. Hauptsache, es funktioniert wieder.“

Und genau dort musste ich plötzlich schmunzeln.

Denn wie oft machen wir das eigentlich genauso —
nicht nur mit Druckern,
sondern auch mit uns selbst…
oder mit unseren Tieren?

Das Symptom verschwindet.
Und damit endet die Suche.

Das Pferd lahmt nicht mehr.
Der Hund erbricht nicht mehr.
Die Rückenschmerzen sind wieder weg.
Die Warnlampe leuchtet gerade nicht mehr.

Also ist alles gut?

Oder kleben wir manchmal nur symbolisch einen Aufkleber über die orange Warnleuchte im Auto,
damit wir sie nicht mehr sehen müssen?

Natürlich verstehe ich diesen Wunsch.
Wirklich.

Es ist beruhigend, wenn etwas wieder funktioniert.
Es ist angenehm, wenn das Symptom verschwindet.
Und nicht immer kann man jede Ursache bis ins Letzte aufklären.

Aber ich merke immer wieder:
Mich interessiert die Ursache.

Nicht (nur) (mehr) aus Kontrolle.
Nicht (nur ) (mehr) aus Perfektionismus.

Sondern weil ich in meinem Innersten wirklich verstehen möchte.

Weil Ursachen oft etwas erzählen.
Über Zusammenhänge.
Über Überlastung.
Über kleine Dinge, die lange ignoriert wurden.
Über Systeme, die irgendwo aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Und manchmal reicht es eben nicht, nur froh zu sein, dass „es wieder geht“.

Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen Symptombehandlung und wirklichem Hinschauen.

Mich würde deshalb heute ehrlich interessieren:

Wie ist das bei euch?

Wenn bei euch oder eurem Tier ein Symptom auftaucht —
möchtet ihr unbedingt wissen, woher es kommt?

Oder reicht euch der Moment,
in dem es einfach wieder verschwindet?

Und wie weit würdet ihr gehen,
um einer Ursache wirklich auf den Grund zu gehen?

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